An den Dichter
Im flackernden Schein zweier Kerzen,

warst Du der Gebeugte, der

seine Flügel erprobend, sich erhebt.


Am Ende Deines Bettes: Die Gesichter,

gütig, ruhig, wachend und sanft -

Jeder spürt sie: Deine Hand, die Du gabst.


Ewig ersehnt waren unendliche Horizonte,

grün-blau, silbern schimmernd, da!

Ergreif' sie, laß niemals von ihnen ab.


Schwirrende Worte, viele Gestalten, als ob

der Gedanke nun Bild, nun wahr ist -

Verrückter Dichter, erdrosselst Deine Lehrer!


Ringe nach Atem, versenke Dich tief,

Laß Lachen, laß Weinen entfliehen:

Werde Raum jenseits der Welt und der Himmel...


 
© 2009 dennis m stamm