|
Er steht da
an einem Ufer,
die Klippen fallen steil ab
das Meer rauscht in der vom Sturm beherrschten
Dunkelheit.
Sein feines Gesicht,
seine klaren Augen,
lächeln verhalten
als er zum Mond
aufblickt,
ihn in seine Tasche einsteckt...
Stunden später steht er noch da,
bewegungslos,
der Mond in seiner Tasche,
der Widerschein der Sterne in seinen Augen,
gedankenverloren,
Erinnerungen an die Backsteinbauten seiner Kindheit
verlorene Momente, Augenblicke
die so fern liegen, so abseits dieser Welt
so fast vergessen
lediglich gehalten von
einem kraftlosen,
kindlichen Griff
belebt von einem
noch nicht erwachsenen Herzen.
Erinnerungen, die er nicht wirklich fühlt,
die er nur hintereinander aufreiht wie
staubige Bilder in einem alten Album.
Der Mond in seiner Tasche
ein kleines Feuer weit draußen am
entfernten Horizont
während er leise My Funny Valentine
summt und dasteht, als erwartet
er ein Schiff, das ihn holen wird
Der Fliegende Holländer, Esperanza,
Godot !?
Die eine Hand, ruhig,
die andere, zitternd, fingernd,
versuchend eine Faust zu ballen,
zuzugreifen oder
einfach nur das anzufassen,
was er zuvor fürchtete
Die ganze Zeit über hatte seine Hand
gefingert, gezittert,...
Er würde gern weinen,
wegen der Backsteinbauten,
damals, als es für ihn noch Gründe
und Gelegenheiten gab.
Zum Weinen, zum Lachen.
Das Meer rauscht heftig gegen die dunklen
Felsen
als er sich wegdreht.
Den Rücken dem Meer zugewandt
als er mit seiner ruhigen Hand die
zitternde hält
– Er gibt sich die Hand! –
Der Mond in seiner Tasche,
offenes, weites Meer hinter ihm.
Langsam holt er den Mond hervor
und reicht ihn dem Himmel.
Er sehnt sich nach den Backsteinbauten
– ohne an das Zurückkehren zu denken –
er ist zufrieden um seine Sehnsucht und
er scheint glücklich
als er sich auf der kühlen Erde schlafen
legt und mit geschlossenen Augen
trotzdem den Mond zwischen
all den vielen Sternen sieht.
|